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Ein Erfahrungsbericht zum Schreiben

Ein Herz voll Tinte

Ob mit dem PC, Stift und Papier oder sogar noch ganz altmodisch mit der Schreibmaschine: Ich habe schon einige Menschen getroffen, die ein Herz voller Tinte besitzen. 
Viele werden sich damit identifizieren können, dass sie schon in jungen Jahren angefangen haben ihre Gedanken und Gefühle fest zu halten. Doch ich habe auch Freunde, die gerade jetzt erst mit dem Schreiben angefangen haben und ein unglaubliches Talent aufweisen.

Das Schreiben ist eine Kunstform, genauso wie das Malen und Musizieren, wenn sie auch, so kommt es mir häufig vor, keine so glanzvolle Geschichte hinter sich hat, wie sie es verdient hätte. Poetische Beschreibungen wie "Mann der Feder" findet man nur noch sehr selten. Stattdessen gibt es auch noch Begriffe wie "Schmock", ein Schimpfwort, das jemanden als mittellosen, geringen Schreiberling bezeichnet. Die Texte eines Anfängers werden immer und von allen kritisch beäugt, fast ohne Außnahme.

Mit Worten zu malen, Bilder vor den Augen des Lesers zu erschaffen, ihn Stimmen und Töne hören zu lassen, das ist eine Kunst.

 

Hier möchte ich gern aus meinem Tintenherz berichten und euch beschreiben, wie ich arbeite.

Der Arbeitsplatz eines Schreibers

Ich besitze einen Schreibtisch, doch nicht einmal die Hälfte aller Ideen und Geschichten, die ich je geschrieben habe, sind darauf entstanden. Ich schreibe, wo ich gerade Zeit dazu habe: auf dem Fußboden, im Bett, am Bahnhof, im Zug, im Flieger, irgendwo auf einer Bank oder einer Mauer, früher im Unterricht (da sogar augesprochen gern, wie ich zugeben muss) sogar in der Dusche habe ich schon Wortlaute in den Beschlag des Spiegels geschrieben, um sie nicht zu vergessen. Ich erinnere mich gut daran, dass ich einmal im Zug einen Kugelschreiber auslieh und auf eine Bäckertüte schrieb. Ich besitze sie immer noch.

Für all diese Notizen habe ich einen Koffer. Er gehörte meinem Großvater und hat schon Einiges hinter sich. Er ist schwer und geht nicht so leicht auf und Freunde und ich spielen gerne das Kartenspiel "Halt mal kurz" darauf, wenn mein Schreibtisch mal wieder zugeräumt ist.

Viele dieser Notizen und Szenen sind mir heute eigentlich peinlich. Da ich als Kind mit dem Schreiben angefangen habe, ist die Sprache sehr einfach und die Weltvorstellung naiv. Andererseits sind es meine Ideen, deshalb bewahre ich sie auf und schleppe sie bei jedem Umzug mit. Ein Versuch sie zu katalogisieren hat einmal für ein paar Monate geklappt, aber meistens gerät dann doch wieder alles durcheinander. Ich persönlich finde das heute auch schön so. Dieser Koffer ist meine Fundgrube für Inspiration. Ich sitze davor und gebe Kommentare ab, wie schlecht ich damals war, lache oder verziehe die Miene und manchmal finde ich einen alten Schatz. Er enthält auch nicht bloß Texte, doch darauf komme ich später zurück.

Auch dazu gehören meine Pinnwände. Ich besitze eine große Pinnwand und mehrere Topf-Untersetzer aus Kork von Ikea, die ich schlicht mit Hammer und Nagel an verschiedenen Wänden befestigt habe. Meistens in Gruppen, je nachdem, wie ich meine Zettel gerade sortiere. Besonders wichtig für mich ist jedoch das kleine Whitebord neben meinem Bett.

Häufig kommen mir Ideen während ich gerade einschlafe oder auch beim Träumen. Eine einzelne Idee kann ich mir dann vielleicht noch merken, doch meist spinne ich ganze Szenen und ich neige dazu Blöcke und Stifte versehentlich vom Bett zu schubsen. Deshalb habe ich den Stift für die Tafel  fest gebunden. Am nächsten Morgen finde ich dann im dunkeln gekrakelte Notizen und Zeichnungen, an die ich mich im ersten Moment nicht einmal erinnere. Einmal fand ich einen halben Dialog im Leerraum eines Schnittmusters für eine Hose, weil der ganze Platz um das Schnittmuster schon von Notizen belegt war.

Ein kleiner Exzentriker

Wahrscheinlich ist das noch niemandem aufgefallen, doch ich bin ein kleiner Exzentriker. So beschreibt man eine Person, die deutlich von der sozialen Norm abweicht.

Heute ist das nicht mehr ganz so schlimm wie früher, was seltsam klingt, wenn man mein Alter bedenkt. Doch tatsächlich ist das "anders sein" in einigen, konservativeren Gesellschaften immer noch verpönt und war früher allgemein nicht gern gesehen - wobei heute durchaus ein Trend daraus wird, wie mir scheint.

Wahrscheinlich sollte ich mich bei meinen Lehrern bedanken. Die Tatsache, dass man mir irgendwann mein Etui weg genommen hat, damit ich im Unterricht nicht mehr male, hat mich zu folgender Schlussfolgerung verleitet: wenn ich schreibe, erweckt das den Eindruck von Aufmerksamkeit. Eine feine und sehr enge Handschrift wird gern gesehen und kaum gelesen, da die meisten meiner Lehrer schon etwas älter waren und keine Lust hatten ihre Augen dafür anzustrengen heraus zu finden, was ich denn da schreibe. Und wenn ich dann auch noch in grau oder gelb schrieb, hatte ich gewonnen.

Das anders sein hat seinen Preis. Viele, die mich kennen lernen fragen mich, warum ich "so gut" zeichnen kann (wobei ich finde, dass ich eher zum Durchschnitt gehöre, ich verfolge so viele wunderbare Künstler, auch dazu später mehr), warum ich mehrere Sprachen spreche, mehrere Instrumente spiele und schreibe. Die Antwort ist: ich hatte genug Zeit mich darin zu üben. Manche Menschen haben ein Talent, ich spreche mich da frei. Ich habe kein Talent, ich bin über die Maßen neugierig und habe mich lange allein beschäftigt.

Das Dilemma - wie fängt man an?

Wer hofft hier das Patentrezept zu finden, den muss ich enttäuschen. Ich kann euch auch nicht sagen, wie man anfängt.

Ich kenne viele die mir berichten, dass sie in der Mitte anfangen, Szenen schon komplett fertig geschrieben haben, nur Anfang fehlt eben.

Ich habe das, auf meine Weise, genauso gemacht und bin auch immer wieder gescheitert. Irgendwann dachte ich den perfekten Anfang gefunden zu haben, das erste, weiße Blatt war voll. Und dann gab ich das Buch einem geliebten Verwandten von mir zu lesen, der mich lobte, es sei wirklich nicht schlecht, aber ob ich meine Geschichte wirklich so beginnen wollte?

Der Leser im Buchladen schlägt das Buch seltener in der Mitte auf, wenn ihn das Cover angelockt hat. Er blättert bis zum Prolog oder zum ersten Kapitel, ist ein Gedicht vorne angestellt wird auch das meist überblättert. Der erste Satz eines Buches entscheidet, wie es vom Leser bewertet wird. Es ist, als würde man eine Person kennen lernen. Gefällt einem das Äußere, sieht der Mensch sympathisch aus, dann fällt es leichter eine Unterhaltung zu beginnen. Ist der erste Satz jedoch beleidigend, langweilig oder einfach nur unverständlich, in einer Art, die nicht einmal neugierig macht, dann will man das Gespräch eigentlich schon wieder beenden.

Ich habe den Anfang von "Sandrian - Ashes of men" bestimmt mehrere dutzend Mal neu verfasst und freue mich immer, wenn mir eine Idee kommt, wie ich ein Buch beginnen kann. Mein Tipp an dieser Stelle ist also: holt euch Inspiration!

Über die Einzigartigkeit

Worüber ich mir noch mehr Gedanken gemacht habe als darüber, wie ich meine Bücher beginne ist, wie ich sie einzigartig mache. Es ist vergleichsweise leicht ein Buch nach dem Schema F zu schreiben. Ich würde knapp behaupten, dass jeder das kann. Wir lieben Bücher, die uns eine neue Geschichte erzählen, die mit außergewöhnlichem aufwarten und uns überraschen. 

Von Anfang an ergaben sich, Beispiel ist hier "Sandrian - Ashes of men", einige Probleme.

Zum Beispiel die Sprache. Die Geschichte beginnt in London, wechselt dann jedoch in eine ganz andere Welt. Das ist ein alter Kniff, doch ich mag ihn und halte ich nicht für zu abgedroschen, wobei das meine persönliche Meinung ist. Was ich jedoch schwer verkrafte ist, wenn in dieser anderen Welt, ohne eine gute Erklärung, immer noch Englisch oder Deutsch und Spanisch gesprochen wird. Woher kennen die Bewohner dieser Welt diese Sprache und haben sie keine Eigene? Auch mir einfach sinnlose Wörter einfallen zu lassen, war mir nicht genug. Und von Elben und Orks und Zwergen hatte ich ziemlich die Nase voll. Sie sind Klassiker, gut verarbeitet auch sehr beliebt. Nur für mich waren sie nichts. Und warum sollten die Bewohner einer anderen Welt unbedingt Menschen sein?

Was ich an dieser Stelle gerne tue ist, mir Naturdokumentation anzusehen. Die Fähigkeiten verschiedener Tierarten sind spannendes und meist ziemlich unnützes Wissen. Ich jedoch bin dazu über gegangen auf diese Weise Kreaturen und Völker zu erstellen. Ich picke mir einfach Vor- und Nachteile bestimmter Eigenschaften heraus. Das macht es einfach. Wenige Autoren geben ihrem Protagonisten einen aushakbaren Unterkiefer. Das ist nicht schön. 

Doch ich, für meinen Teil, ziele auch nicht unbedingt darauf ab, dass immer alles schön sein muss.

Inspiration

Die Muse, der Quell unserer Ideen. Sie ist der Schönste Grund, um Dinge zu tun. Man sieht so viele Videos im Internet von Menschen, die stolz und oft zu Recht das präsentieren, was sie geschaffen haben und wir sind beeindruckt, eingeschüchtert und doch auch angespornt es selbst zu versuchen. Jeder hat ein anderes Steckenpferd und die Tatsache, dass kein Mensch dem anderen gleich bringt ein unfassbares und wunderschönes Maß an Individualität hervor. Auf diese Art und Weise könnte man sich gegenseitig immer weiter treiben, doch das Leben besteht aus Höhen und Tiefen und aus beidem kann man schöpfen.

Ist bei mir jedoch der Punkt erreicht, an dem ich vorhandene Inspiration noch verstärken will, dann greife ich gerne zu bestimmten Mittel.

 

  • Musik
    Der absolute Klassiker. Ich schreibe immer mit Musik, gerne höre ich sie über Kopfhörer, um die Welt um mich herum völlig auszublenden. Ich muss schon sehr inspiriert sein, um ohne sie schreiben zu können. Ich habe eine Playlist mit meinen aktuellen Lieblingslieder, alles quer Beet und ungern ganze Alben. Ich habe allerdings auch eine Liste mit all meinen alten Lieblingsliedern. Kann ich ein Lied aus der aktuellen Liste nicht mehr hören, dann kommt es in die alte Liste. Denn beim Hören dieser alten Lieder durchfluten mich Erinnerungen und Gefühle. Ich kann mit Musik Stimmungen in mir hervor rufen. Es fällt leichter eine Kampfszene zu schreiben, wenn man einen entsprechenden Soundtrack auf den Ohren hat. Andersherum fällt es mir schwer eine gefühlvolle und ruhige Szene zu schreiben, wenn ich Deathmetal höre. Deshalb habe ich Playlisten erstellt, die nur Lieder enthalten, die bestimmte Gefühle vermitteln. Ich kann ein Lied, das ich sehr gern mag, zwar durchaus einige Stunde in Dauerschleife hören, aber wirklich nicht immer.


     
  • Bücher
    Wer hätte es geahnt? Bücher stecken voller Ideen. Und ich gebe gern zu, dass ich auch schon die Eine oder Andere geklaut habe. Das ist normal. Selbst wenn man sich hinsetzen würde und Jahre darüber grübelte, welche Idee noch niemand hatte, irgend jemand hatte dann doch schon eine zumindest ähnliche Idee. Und allein die Übertragung von einer Geschichte auf eine Andere verändert eine Idee oft schon so weit, dass sie nicht mehr zu erkennen ist. Da muss der Einzigartigkeit wirklich ein Abstrich gemacht werden, denn ansonsten würden meine Bücher nie fertig.
    Es ist auch nicht schlecht sich in verschiedenen Genres umzusehen, auch wenn sie einem vielleicht niht liegen. Es gibt Dinge, die man nie gesehen oder erlebt hat, deshalb fällt es einem häufig schwer sie zu beschreiben oder es klingt etwas plump. Da ist es gut, wenn man sich eine Sammlung an Wörter und Szenen zulegt, die auf eine solche Situation passen.
    Ich zum Beispiel bin wirklich kein Horror Fan. Doch ich kann auch nicht zulassen, dass die Welten meiner Bücher immer nur rosarot sind und sich in schwarz und weiß teilen, denn ich bin (noch) kein Kinderbuch-Autor.
    Deshalb habe ich mich, auf Empfehlung meiner Freunde, durch manches Buch gequält und einige wirklich gute Tricks gelernt.

     
  • Filme
    Filme zählen haben mit Büchern in Hinsicht der Inspiration viel gemein. Allerdings haben sie natürlich einen entscheidenden Vorteil: man muss nicht selbst denken. Ich habe einen Freund, der spätestens in der Mitte des Filmes weiß, wie der ausgeht und es macht mich rasend, weil ich ihn wirklich nie mit einem Ende, das mir gut gefällt, überraschen kann. Schaue ich einen Film, schalte ich so ziemlich ab.
    Natürlich kommt bei Filmen die Individualität Zuschauer zu kurz. Jeder sieht einen Film ungefähr gleich, während Bücher von allen anders interpretiert werden können und jeder sich die Details anders vorstellt. Doch nirgendwo kann man sich so gut Szenen abgucken. Ich schaue zum Beispiel gerne Martial Arts Filme, denn ich beherrsche zwar einige Kampfsportarten, aber nur rudimentär. Wie genau die Bewegungsabläufe für einen dreifachen Salto rückwärts aussehen, das schaue ich mir in Filmen an.

     
  • Spiele
    Wo Filme sind, da sind auch Spiele. Videospiele zum Beispiel, die uns eine immer weniger begrenzte Interaktion mit der Welt erlauben, die wir im Film nur bestaunen dürfen. Ich spiele gern und liebe Rätsel, die mein Gehirn so richtig zum knacken bringen.
    Vor Videospielen jedoch kommt bei mir das Live Action Roleplay, kurz auch LARP genannt. Dabei ist jeder der Protagonist der Geschichte, denn er sieht sie ja nur aus seinem Blickwinkel. Man kann mit allem und jedem interagieren und auch wenn, gerade in Hinblick auf Magie, einige Grenzen gesetzt sind, ist es fantastisch und inspirierend, was sich die Leute alles einfallen lassen! Beim LARP fallen viele Zwänge. Man kann offen und ehrlich agieren. Versteht man sich mit jemandem nicht, dann spielt man ihn nicht mehr an oder lebt den Konflikt aus, was ebenfalls viel Spaß machen kann. Denn vieles an Inspiration findet man draußen und erlebt man mit anderen Menschen.


     
  • Kunst
    Ich besuche gerne Ausstellungen und schaue mich im Internet auch sehr gern nach Künstlern und ihren Werken um. Auch hier kann man davon profitieren, wie andere die Welt sehen. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte ist nicht einfach nur ein Spruch.

     
  • Die Realität
    Ob nun Situationen oder Gegenstände. Das Leben schreibt die besten Geschichten. Zufälle sind zu begrüßen, denn sie sorgen für die nötige Würze. So jedenfalls empfinde ich mein Leben. Ich habe schon Freunde getroffen, mehr als tausend Kilometer von deren Heimat entfernt, in einem ganz anderen Land und das, owbohl man sich seit Jahren, in einem Fall sogar seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Deshalb sind solche Situationen in Büchern auch gar nicht so abwegig, solange man es nicht übertreibt.
    Was die Gegenstände betrifft, so sammle ich gerne Gegenstände, die ich in meinen Geschichten und Büchern verarbeite. Daraus resultieren, nicht wirklich erstaunlich, auch die besten Beschreibungen und eine Bindung beim Schreiben. Die Uhr, der Anhänger, der Füllferderhalter, die Kravattennadel... sie hat dem Vater des Protagonisten gehört, seiner Schwester, einem engen Freund, der vielleicht sogar verstorben ist. Sie haben diese gegenstände gefunden, geschenkt bekommen, haben sie sich erkämpft. Die Bindung, die sich schon beim Schreiben zwischen dem Autor und dem Gegenstand aufbaut, überträgt sich auch auf den Leser, denn wir alle besitzen so etwas.

     
  • Essen
    Das mag im ersten Moment für viele verwirrend sein, doch ich finde auch Essen ist eine Inspiration. Ich koche und backe Leidenschaftlich gern und probiere immer herum, um ein Gericht noch schmackhafter zu machen. Auch allein zu essen kann schön sein, doch oft ist es mit Freunden und Familie noch viel schöner und erfüllt einen mit Freude und auch Inspiration. Wie könnte man den Kuchen noch verbessern, das Rezept dem Geschmack einer lieben Person noch besser anpassen? Außerdem isst das Auge bekanntlicherweise mit, weshalb Essen auch unter die Kategorie Kunst fällt.

     
  • Reisen
    Ein Punkt, der zur Realität gehört, den ich aber absichtlich außen vor gestellt habe. Ich liebe es zu reisen und damit meine ich nicht, mir für viel Geld ein Ticket zu kaufen und Mal eben auf die andere Seite der Welt zu fliegen. Es reicht schon den Computer an zu werfe und sich einmal umzusehen, was es für interessante Orte in der näheren Umgebung gibt. Oder man läuft einfach los, setzt aufs Fahrrad und macht, das man weg kommt.
    Doch natürlich sind Reisen ins Ausland nicht zu verachten. Ich habe auf der Welt schon den einen oder anderen wunderschönen Ort gefunden, an den ich gerne zurück kehren würde und an den ich mich sehne, wenn das Wetter gerade trüb ist. Deshalb lasse ich meine Figuren gern solche Orte bereisen und fotografiere gern wild drauf los.
    Als kleiner Hinweis: diese Fotos verwende ich zum Beispiel für diese Website. Das erspart mir die Rechtsfrage nach dem Urheber und ich mag sie.

     
  • Menschen
    Familie, Freunde, Bekannte, Fremde. Ich habe schon jedem aus diesen Gruppen Inspiration abgerungen. Ich bewundere meine Eltern, jeder meiner Freunde kann etwas, das ich nicht kann und davor habe ich größten Respekt. Und ich habe auch schon Fremde auf der Straße getroffen, deren Äußeres oder ihr Verhalten mir sofort eine Idee für eine entsprechende Figur gaben. Wahrscheinlich ist der Charakter des Mannes, dessen Aussehen mich so inspiriert hat, ganz anders. Und die Frau, deren Charakter beschrieben wird, sieht eigentlich ganz anders aus. 
    Ein Beispiel ist hier: ich habe einmal in der U-Bahn einen Mann gesehen. Er war untersetzt und hatte nur noch wenige Haare, war aber jung und sehr geschmackvoll gekleidet. Und sein Gesicht hat mich irgendwie an die Figur Peter Pettigrew aus Harry Potter erinnert. Er war wohl so um die dreißig und sofort habe ich mich gefragt, wie es wohl gewesen wäre, wenn alles anders gekommen wäre. Wenn irgend jemand den ängstlichen und verschlossenen Peter geknackt und ihm geholfen hätte. Dabei einen Sinn für Mode zu entwickeln und anzuerkennen, dass auch er mutig ist. Ich habe mir vorgestellt, dass dieser Mann ein Zauberer ist und gerade seinen Neffen Harry besuchen fährt, denn er ist bei seinem besten Freund James zum Tee eingeladen.
    Ein Gefahren-Hinweis: ich habe fast meine Station verpasst.

     
  • Die eigene Vergangenheit
    Kein einziger Künstler wird das bestreiten können. Mal man ein Bild, schreibt man eine Geschichte und mag sie noch so kurz sein, man fügt immer etwas von sich selbst hinzu oder verarbeitet Dinge aus der eignene Vergangenheit. Durchwühle ich meinen Koffer und lese die Geschichten all dieser Figuren, dann sehe ich mich selbst.
    Für mich ist das ein heilsamer Prozess. Reden hilft, doch manches kann man erst richtig ruhen lassen, wenn man sich noch einmal intensiv damit beschäftigt hat. Das muss nicht hzwansgweise etwas Dramatisches sein.
    Doch mir hat es geholfen.

     
  • Der Wortschatz
    Ich war ein seltsames Kind. Zum Thema der Exzentrik, stach früher deutlich mein Wortschatz ins Auge. Das liegt daran, dass ich das Wörterbuch gelesen habe. Das ist kein Scherz. Ich habe es gehasst etwas nicht beschreiben zu können. Und noch heute benutze ich einen Thesaurus, denn die Unfähigkeit etwas zu beschreiben, weil ich das Wort nicht kannte, hat sich heute abgewechselt zum Hasse ein und das selbe Wort zu oft zu benutzen. Und oft findet sich im Thesaurus auch ein poetischeres oder kraftvolleres Synonym.

Der Umgang mit Kritik

Einer der wichtigsten Punkte.
Ihr werdet niemals etwas schreiben, das jedem gefällt. Versucht es auch nicht. Es macht auf Dauer unglücklich und beraubt euch einer großen Vielfalt.
Ich habe über die Jahre viele Lesungen gehalten und nicht nur gute Kritik geerntet. Und ich schreibe Fanfictions, um zu testen, wie Leser auf meinen Schreibstil reagieren und zu üben. Die Kommentare, die ich teilweise schon geerntet habe, hatten ordentlich Salz.
Man wird niemals ganz gegen Kritik gefeit sein. Eine Geschichte, ein Bild, ein Stück: man hat Arbeit hinein investiert, man ist stolz und fühlt sich verletzt, wenn trotzdem jemand etwas zu bemängeln hat. Den Unterschied macht es sich entscheiden zu können: nimmt man die Kritik an und lernt etwas daraus oder weißt man sie zurück. Beides ist gerechtfertigt, auch wenn man kritikfähig sein sollte. Doch, um auf den Punkt zurück zu kommen, dass man nichts schreiben kann, das jedem gefällt: wenn die Kritik einem nichts zu geben hat, wenn der Kritiker einfach ganz anders denkt als man selbst, dann ist es in Ordnung eine Kritik höflich, aber bestimmt zurück zu weisen.
Etwas, das ich gerade bei Fanfiktions gelernt habe und das praktisch das Totschlag-Argument gegen jeden überdimensioniert kritischen Kommentar ist, ist Folgendes:

Don´t like, don´t read.

Keine Angst, ihr werdet euch damit keine Leser vergraulen. Wen ihr damit verscheucht, der wäre früher oder später ohnehin gegangen.

Ein Witz zum Schluss

Gesteht euch eure eigenen Schwächen ein. Das bringt euch nicht nur im Leben weiter, sondern auch beim Schreiben.

Ich halte mich nicht für außerordentlich witzig. Meine seriösen Emails klingen wie die dritte Mahnung einer Anwaltstkanzlei und mir fallen Kampfszenen mit Dramatik und viel Gefühl erstaunlich leicht. Mancher würde sagen, dass einige Bücher keine witzigen Momente brauchen, ich aber halte sie für absolut notwendig. Ist ein Buch nur traurig, düster oder ernst, dann kann ich es nicht lange lesen.
Deshalb habe ich einen Ordner auf meinem Computer, der nennt sich "Witze".

Ich sammle Witze. Aus Büchern, Filmen, Spielen und aus dem realen Leben. Ich werde zwar mit der Zeit besser, aber für den Fall der Fälle habe ich mittlerweile einen ordentlichen Vorrat.

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