Die Entstehung eines Covers

Jedes Buch trägt sein eigenes Kleid. Es sollte neugierig machen, den Leser Elemente der Handlung wiederfinden lassen und wie ein leises Flüstern im Ohr die Menschen dazu verleiten, den Buchdeckel anzuheben und einen Blick hinein zu werfen.

Schon vor längerer Zeit habe ich festgestellt, dass viele Cover einem einzigen Stil folgen, der häufig schon auf den ersten Blick dafür sorgt, dass bestimmte Lesergruppen sich nicht angesprochen fühlen. Doch die Chance für jeden Leser offen zu sein, wollte ich "Sandrian - Beast from the East" nicht nehmen. 

Hier seht ihr, wie ich mich ganz langsam von unten nach oben gearbeitet habe, um schließlich zu dem Cover zu gelangen, in das ich "Sandrian" schließlich gekleidet habe.

Versuch Nr. 1 - Photoshop

Dieses Cover entstand 2013.

Wer schonmal damit angefangen hat, der wird es kennen. Wenn man keine Profiausrüstung hat, ist der Wechsel vom Zeichnen per Hand zum PC ziemlich kniffelig. Aus diesem Grund habe ich mich damals noch ein wenig darum herum gedrückt und stattdessen mit Photoshop gearbeitet. Ich fand das Ergebnis akzeptabel, aber nicht gut. Und auch mit dem Titel war ich noch nicht zufrieden.

Versuch Nr. 2 - Ein Scherenschnitt

Dieses Corver enstand Anfang 2014

Bald war klar, dass schlichte Landschaftsdarstellung, vor allem bei diesem deutlich als ge-photoshop-ed erkennbaren Format, nicht das Bild war, mit dem ich "Sandrian" schmücken wollte. Mein Protagonist sollte ein Gesicht bekommen und außerdem sollte deutlich werden, dass "Sandrian" keine kuschel-Lektüre sein würde. Doch diese Anforderungen stellten sich für mich tatsächlich erst einmal als schwer umsetzbar heraus, da mir damals vor allem die Darstellung von Personen besonders schwer fiel.

Versuch Nr. 3 - Die erste Skizze

Diese Skizze entstand 2016

Nach einigen Jahren der Übungen, in denen "Sandrian" erst einmal ohne ein Federkleid auskommen musste, entstand irgendwann endlich eine Zeichnung meiner Protagonistin, die mir gefiel. Der Kompass und die Krone waren mir als Symbole in diesem Arrangement sehr wichtig, da sie Bezug auf den Inhalt des Buches nahmen. Jedoch war dies eine Bleistiftskizze und mit dem digitalen Zeichnen fühlte ich mich immer noch nicht versiert genug. Ich war jedoch bereit, es zu versuchen.

Versuch Nr. 4 - Die erste digitale Graphik

Diese Graphik entstand 2016

Sie war die erste Graphik, die ich mit einigem Aufwand auf dem PC erstellte, doch immerhin hatte ich jene Anteile, die mir aus der Bleistiftskizze am wichtigsten waren, kolorieren können. Erst später sollte ich herausfinden, dass man bei Vektographiken mit den einzelnen Knotenpunkten einer Linie eher sparsam umgehen sollte, da die Linie sonst für das Auge unangenehme Wellen wirft. Damals habe ich mir noch die Mühe gemacht, jeden einzelnen dieser Punkte ansprechend zu korrigieren, was allein diesen Ausschnitt zu einer Arbeit von Tagen machte. Auch mit der Gestaltung von Ebenen in Bildern war ich noch nicht vertraut, bis ich alles so durcheinander gebaut hatte, das die Verschiebung eines einzelnen Punktes praktisch der Zerstörung des ganzen Bildes gleich kam.

So entstand dieses Titelbild. Mir gefielen damals die Mosaikanteile im Rahmen, doch irgendwo fand ich, dass, trotz dem großen Aufwand, der in dem Konzept steckte, viele Flächen unmotiviert leer und die Farbauswahl zu hektisch waren.

Was mich jedoch darauf stieß, dass dies nicht das Titelbild für "Sandrian" sein konnte, war die Frage einer Kommilitonin, ob ich nun Kinderbücher kolorieren würde. Alles würde so bunt und fröhlich aussehen.

Zwar hatte ich extra einige Blutspritzer ins Spiel gebracht, um dem Ganzen wieder etwas Dramatik zu verleihen, doch es blieb dabei:

Dieses Urteil war vernichtend.

Versuch Nr. 5 - Die Feuerglocke gellt

Dieses Cover entstand 2016

Natürlich wollte ich mein altes Konzept nicht gänzlich verwerfen. Der Ramen und vor allem die Darstellung meiner Protagonistin gefielen mir gut. Ich verlieh dem Ganzen ein wenig Tiefe und kombinierte, mit Hilfe des Rahmens, zwei Hintergründe miteinander, die sich in ihren Farbtönen ähnelten und somit zur Ruhe kamen und dem Bild in ihren Themen ein wenig seine Heiterkeit nahmen. Doch auch hier war ich mit vielen, plötzlich sehr leer erscheinenden Flächen, nicht zufrieden.

Versuch Nr. 6 - Ein Himmel voller Sterne

Dieses Cover entstand Ende 2016

Ein wenig demotiviert durch die vorherigen Fehlversuche probierte ich noch einmal, das Konzept gänzlich zu ändern. Doch wieder wurde das Bild unruhig und durch die vielen nun fehlenden Elemente eher nichtssagend.

Das fertige Cover

Dieses Cover entstand 2017

Mit diesem Cover kehrte ich zu meinen Ursprungsideen zurück, wobei sich hier fast alles vereint, was ich vorher in die verschiedenen Versuche aufgenommen hatte. Erneut findet sich hier ein Rahmen, der zwei verschiedene Hintergründe voneinander trennt. Auch die Hintergründe sind die Gleichen, jedoch neu konstruirt und damit überarbeitet. Als weiteres Detail findet sich hier der Schädel, denn jene andere Welt ist dem Leben nicht unbedingt freundlich gesinnt. 

Natürlich kann ich trotz aller Mühen nicht verhindern, dass hier das Eine oder Andere Klischee auffällt, doch ich stelle fest, dass deren Nutzung mir auch Freude bereitet.

Wer das Buch gelesen hat wird feststellen, dass sich in diesem Cover reichlich Anspielungen auf die Handlung von "Sandrian - Beast from the East" verbergen, und ich freue mich schon darauf, euch Leser damit zu überraschen.

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